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Siggis letzte Worte




27.September 2006

Ungleiche Zukunft im Sand

...was wyrd, Beschleunigung, Halbleiter, Lebensverlängerung, Medizin, Prä-Singularität, Soziologie, Transhumanismus - 3 Kommentare » 1:43 pm

Die Zukunft ist, einem Bonmot folgend, wirklich sichtbar ungleich verteilt. Wobei diese Ungleichverteilung gleichzeitig Motor des technologischen Fortschritts ist und Feind jedes utilitaristischen Ansatzes. Physisch sichtbar manifestiert sich diese Ungleichverteilung in diesem geschichtlichen Moment überdeutlich in Nakheel in Abu Dubai. Jeder der auf diesem Planeten nicht um die nächste Miete hadern muss, zieht gerade um in einen feudalistischen Wüstenstaat, um unbehelligt vom Treiben des Plebs jeden denkbaren Wunsch und Luxus zu geniessen. Meine Sorgen um die Möglichkeit eines transhumanen Reichenghettos, dessen Insassen sich moralisch, technologisch und medizinisch vom Rest des Planeten abkoppeln scheinen dort im Sand Wirklichkeit zu werden.

Dort in der Wüste erhebt sich ein unwahrscheinliches Zentrum der Negentropie, das sich aus der Dynamik eines Systems nährt, dessen unbewusster Vektor von Ungleichverteilung angetrieben immer höhere Zustände der Komplexität anstrebt. 80 Proszessorkerne auf einem Chip und ein 810 Meter hoher Turm voller sinnensatter Körper sind zwei Enden des gleichen Taumels.

10.Februar 2005

Chip-Prognosen (ad Cell Processor)

Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Computing, Halbleiter, Prä-Singularität, Wirtschaft - Comments Off 11:18 am

Nicht selten fallen Prognosen dem Vergessen anheim und alle Beteiligten sind dankbar dafür. Gerade im Bereich Moore´s Law sind die “Kritiker” dieses Trends immer schnell dabei wenn ein paar Millionen Transistoren nicht pünktlich genug geliefert werden. Was aber, wenn dem Vergessen eine Prognose anheimgegeben wurde, die übertroffen wurde?

Im Zusammenhang mit IBM´s Cell Chip und Intels Multicore sollte man folgendes Detail dem Vergessen entreissen:

Im Oktober 2002 präsentierte Intel fellow John Crawford auf dem Microprozessorforum die Ankündigung das Intel vorausichtlich 2007 einen Multicoreprozessor mit ca 1 Milliarde Transistoren produzieren werde. Wir schreiben das Jahr 2005, und Montecito hat 1,7 Milliarden Transistoren. Nicht das ich kleinlich sein will… ;-)

8.Februar 2005

Schon wieder Moore: The Cell chip

...was wyrd, Beschleunigung, Computing, Halbleiter, Wirtschaft - Comments Off 11:58 pm

Eigentlich bin ich es müde. Aber weil es so schön ins Timing passt, muss ich darauf hinweisen: The Cell Chip! Dem ein oder anderen könnte es passen das unter Gamerkram abzuhaken, schliesslich ist das Ding zuerst für die PS3 vorgesehen, aber nix da. Das ist grundsätzlicher.

Moore´s Law marschiert massiv weiter, diesmal schwärmt es aber aus. Igitt. Die Folgen werden in vielen Bereichen wohl neue S-Kurven auslösen. Oder wie deSolla Price es bezeichnete: eine Eskalation. Einer der anfälligsten Bereiche für derartige vernetzte Lösungen: Robotik. Engpass Nummero Uno in der Robotik: Daten von Sensoren, die verarbeitet werden müssen. Für Cell-Lösungen ideal. Ab demnächst also vernetzt und Multicore.

Was findige junge Leute damit anstellen werden ist gar nicht abzusehen.

We have never seen a leap in performance like this before and I don´t expect we will ever see one again, It will send shock-waves through the entire industry and we´ll see big changes as a result.

Der Tunnel in den wir hineingesogen werden, wird mit jedem dieser kleinen Wunder der neg-Entropie enger, deutlicher und folgerichtiger. Wer darin nur ein weiteres Produkt sieht, hat eine erfolgreiche Marketinglobotomie überstanden oder seinem kleinen antitrendigen Rebellen im Angesicht einer Tsunamiwelle Ausdruck verliehen.

7.Januar 2005

Moores Law

...was wyrd, Beschleunigung, Halbleiter, Wirtschaft - Comments Off 5:57 pm

Immer wieder tauchen Zweifel auf, ob und für wie lange es so etwas wie Moores Law gibt. Darum hier in einem Aufwasch ein paar Links, die in dieser Hinsicht als Grundlage dienen sollten.

Zum einen ist da natürlich das ursprüngliche Paper aus dem Jahre 1965 von Herrn Moore selbst. Diese Beobachtung, das sich die Anzahl der Transistoren auf einem Chip alle 16-18 Monate verdoppelt, ist also älter als die durchschnittliche Bausparvertragsdauer. Wenn man wissen möchte für wie lange noch mit Verdopplungen zu rechnen ist, sollten die Roadmaps der SEMATech, des Zusammenschlusses der größten, weltweiten Halbleiterhersteller als Informationsquelle hinreichend glaubwürdig sein, um die zu erwartenden Chips in die eigene Lebensplanung aufzunehmen. Denn das so etwas - wie ich schon oft betont habe - keine Folgen haben wird, will wohl niemand annehmen.

In den Roadmaps wird davon ausgegangen das Moores Law bis 2020 relativ stabil bleibt. Das sind nicht nur technologische Fakten, sondern auch gesellschaftliche. Was mir oft ein Stirnrunzeln entlockt, ist die immer wieder erlebte Unkenntnis dieser Daten, sowie der Unwille dieser sehr nahen gesellschaftlichen und technologischen Zukunft mindestens genausoviel Aufmerksamkeit zu widmen wie einer um den Faktor 5 ferneren Klimakatastrophe.

Genau so klar ist, das der Boden in einem Garten nicht mit einer Tomate verwechselt werden darf. Für den Gärtner ist Boden notwendiges Potential. Ob das Potential hinreichend für eine Ernte ist, zeigt sich in der Zukunft, nicht an der Abwesenheit der Früchte in der Gegenwart.

20.September 2004

Ein Beispiel für die Beschleunigung der Beschleunigung

Beschleunigung der Beschleunigung, Halbleiter, Prä-Singularität - Comments Off 4:41 pm

Obwohl mit Sicherheit nicht aus einer ethischen Entscheidung heraus entstanden, ist die Ankündigung Samsungs 60nm-Strukturen zu produzieren, während Firmen wie AMD und Intel stolz sind bei 90nm angekommen zu sein, ein schönes Beispiel wie Firmen die projizierten Trends mittels riskanter Überholmanöver beschleunigen. Auch wenn die Ausbeute fraglich sein sollte, ist die Ansage gemacht.

Dergleichen Trendbeschleunigungen sind in den nächsten Jahren immer wieder zu erwarten. Und bei exponentiellen Prozessen kann die Verschiebung um ein paar Monate im Endeffekt einen riesigen Unterschied machen. In Fragen von Zins und Zinseszins versteht das jeder Geizkragen, in technologischen Belangen haperts da sehr mit dem Verständnis. Zur Lektüre kann ich da nur eines meiner Lieblingsbücher von John Allen Paulos empfehlen: Zahlenblind.