29.Juli 2004
Supi: Am Puls der Zeit (Kapitel: Sprachseuchen)
...was wyrd, Denken, Sprache - Comments Off 12:51 pm

Ich wollte es eigentlich seit Monaten ignorieren, aber jetzt, wo ich in einer privaten Mail durch einen guten und intelligenten Freund damit konfrontiert wurde, muss ich mich in aller Form und öffentlich gegen den Gebrauch von
“Supi”!
wehren! Was ist mit dieser Loooosernation los, das sie sich dem mentalen Virus einer infantilisierenden Verkleinerungsform eines ehemals geschätzten Superlativs hingibt? Können sich nur noch alte Säcke wie ich daran erinnern, wie das linguistische Unterbewusste ca Anfang der 70iger mit Freude und Lust den Gebrauch von Superlativen überhaupt entdeckte? Echt super! Das war eine Errungenschaft. “Super”!
Und nun seit Monaten das: “Supi”! Igitt! Blärgh… Den Schaden den ein zurückgenommener Superlativ in den Hirnen der Sprachnutzer anrichtet, mag ich nicht fühlen. Alles in mir weigert sich dieses Wort (nein: Wörtchen) zu nutzen. Leute, Leute: Kann - nein - darf man einen Superlativ diminuieren? Klar, man darf. Man darf alles.
Man muss nur bereit sein die Folgen zu tragen. Aber vielleicht ist es auch nur eine nacheilende, sprachliche Anpassung an die gesellschaftliche Inferiorisierung breiter Gesellschaftsschichten und ihrer gescheiterten Erfolgsaussichten. Nacht Mattes! Damit ist keine Zukunft zu machen. Sprachhygiene ist Psychohygiene. Und wie Boris schon sagte: 90% des Spiels wird im Kopf gewonnen!
18.April 2004
Kollektive Intelligenz
...was wyrd, Beschleunigung, Denken - Comments Off 10:04 pm
Die Frage die hinter all dem lauert ist ja doch: Lohnt es sich in dem Sinne, das eine Emergenz kollektiver Intelligenz durch das ganze Blog- oder Sonstwas-Theater entsteht und kann diese (hypothetische) kollektive Intelligenz sich dabei erhöhen? Wenn durch den Trend zur Öffentlichmachung jedweden geistigen Gutes lediglich das Blödrauschen erhöht würde, könnte man auf noch-nicht-mal-ignorieren umschalten. Brot und Spiele in digitaler Form.
Ich kann mich allerdings nicht des Eindrucks erwehren das durch die heftige Verknüpfung - zumal durch RSS - eine Dynamisierung des Wissensflusses entsteht, die einerseits Kollektivität vorraussetzt und andererseits eine Art Verarbeitungsdruck entstehen lässt der zu erhöhtem Glukoseverbrauch in dieser unansehnlichen Masse zwischen den Ohren führt…So what?
8.März 2004
Nur so 27
Denken, Sonstwas, Transformation - Comments Off 9:57 pm
Wir sind unsere Filter. Der Faktoidwasserfall der Informationsgesellschaft kann nur zu sinnvollen Gebärden gerinnen wenn intakte, nichtneurotische Filter das Bad lustvoll gestalten. Alle anderen reagieren mit Varianten von Schmerz. Intuition ist die Daseinsnorm komprimierender Wissensarbeiter.
17.Dezember 2003
Stil
Denken, Sonstwas, Sprache - 2 Kommentare » 5:53 pm
Stil ist immer auch Unkenntnis der eigenen Persona. Mithin: Ist bewusster Stil möglich?