NEU! NOW!

Siggis letzte Worte




1.Februar 2010

Vom Weitergehen

...was wyrd, Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Denken, Events, Futuristik, Soziologie, Transformation - Comments Off 1:16 pm

Wenn etwas wirklich weitergeht, dann meist nicht dort wo der “Schwung der Figur” sie hätte hintragen sollen. Die selbstversichernde Identitäts- und Öffentlichkeitssimulation Bloggen muss da schon hin und wieder etwas gebrochen werden, denn “was sich ins Bleiben verschliesst, schon ist´s das Erstarrte.” In diesem Sinne sind auch die seit fast einem Jahr stattfindenden Gespräche zwischen Dr. Jay, Tim Bruysten und mir zu verstehen:”…entzückt durch das heiter Geschaffne, das mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt.” Seit Anfang des Jahres auch als Video in un- nicht postmoderner Überlänge zu verfolgen. Das geistige Mäandern der Beteiligten entspricht der zunehmenden Kontingenz der Zeitläufte. Komplexitätsreduktion durch pointierte Antworten ist nur zwischen den Zeilen und Personen zu erwarten. Wenn das so weitergeht schwant mir noch ein Zusammenhang zwischen Systemtheorie, Utopie, Futurismus, technologischer Beschleunigung, Parallelität, Abstraktion, Kontingenz, Postmoderne, Elena Esposito, Ästhetik, Thermodynamik, Wurst, Teilhard de Chardin, En- und Ektropy, Inequality, Komplexität und einem Sonnenuntergang am Meer in Holland. Zwischen Rundumschlägen und Rodungen besteht ein fruchtbarer Zusammenhang.

8.Mai 2007

Post von Peter Thiel

Beschleunigung, Denken, Kreativität, Singularität - 11 Kommentare » 4:02 pm

Die Ränder von Epochen werden nicht willkürlich festgelegt, sondern bilden sich aus den Schlacken der Konzepte, deren Definitionskraft abgebrannt ist. Da brennt einiges im Moment und schmurgelt uns Krusten in die Spiegelkabinette unseres Anthropozentrismus. Oder wie es Peter Thiel in diesem Video ausdrückt:

It is clear that a mass of … issues are happening. And people who don´t think that there is something important going on are just living in a delusional fantasy world.

Der Link zum Video erreichte mich verpackt in eine Mail zum Spendenaufruf für das Singularity Institute for Artificial Intelligence (SIAI). Langsam sammelt sich ein enormes Potential rund um das SIAI. Selbst Peter Norvig ist als Gastredner zum Singularity Summit II im September angekündigt. Die Akzeptanz des Konzepts einer technologischen Singularität nimmt also sichtbar gerade bei denen zu, die auch in einer Position sind die Forschung auf den relevanten Gebieten voranzutreiben.

Vorgestern hielt Ray Kurzweil in Atlantic City einen Eröffnungsvortrag vor 300 Bilbiothekaren, die seine Ausführungen zum Thema mit standing ovations belohnten. Diese scheinen empfänglicher für das utopische Potential zu sein als viele junge Menschen, die aktiv mit den heutigen Technologien zu tun haben. Deren spezifische Begabungen scheinen mir ebenso auch ein utopisches Defizit zu bedingen: Lineare Logik und extreme Fokussierungsfähigkeit erschweren es exponentielle, nichtlineare Prozesse mit manigfaltigsten positiven Feedbackschleifen zu erfassen.

24.März 2007

Keine Kreativität

Denken, Kreativität - 2 Kommentare » 1:42 pm

Es gibt kein Wesen der Kreativität. Einzig Grade der Durchlässigkeit für den Strom des Pfeils der Zeit vom Anbeginn zum Omega. Undurchlässigkeit manifestiert sich findig und gibt sich vorgeblich als der eigentliche Grund aus, von dem wir springen sollen. Die wissenschaftliche Methode und die Pforten der Kunstwerke sind dem Ego abgerungene Listen, die Brücke zwischen Alpha und Omega zu gehen.

7.Dezember 2006

Replik

Denken, Soziologie, Sprache - Comments Off 11:52 am

Der Versuch dieser jungen Dame ist so beleidigend linear, wenngleich anregend, das man ihn nur aus dem hoffärtigen Egozentrismus eines bestimmten Lebensalters und einer spezifischen geistigen Disposition erklären kann. Die dreifache Menge an Leben (52) äussert sich eben nicht nur in Falten, sondern auch in Überschuss, den ein drittel großer Fetzen (17) kaum bedeckt.

Auch wenn unsere digitale Existenz scheinbar gleich daher kommt und scheinbar gleich zugänglich, nämlich klickbar ist, - dahinter verbergen sich unterschiedlichste quantitative und qualitative existentielle Stränge, die nie identisch gemacht werden können. Der Ruf nach Verständlichkeit (Tilgung: für wen?) und Einfachheit, ist so alt wie die introjizierte Warenwelt: Ich will Wurst im Gegenwert von 3,50. Wehe, ich muss kauen, wehe, ein Geschmack stellt sich ein, wehe, es weicht ab von dem was meine Peergoup frisst. Abweichung wird nur toleriert wenn sie in den normierten, reproduzierbaren Erscheinungsformen und Haltungen der Popkultur daherkommt, die Form einer klaren Bedienungsanleitung annimmt (Pushbutton Intellekt) oder genügend sinnlich aufreizend ist um auf dem schwankenden Boden einer unklaren Identität vorübergehend den Schwindel zu betäuben. Solange man Identität sucht, ist Ambiguität unerträglich.

Obwohl Wissenschaft unser bester Besen ist, um den Grund zu fegen auf dem wir stehen, lässt sich schlecht mit einem Besen tanzen. Zukunft wird zwar durch klaren Boden bereitet, aber durch den aufgewirbelten Staub schauen kann nur, wer willens ist Umrisse als das gelten zu lassen.

24.November 2006

Elektrischer Reporter, No. 10

...was wyrd, Beschleunigung, Denken, Internet, Prä-Singularität, Soziologie, Weltzustand - 4 Kommentare » 1:01 pm

Nur ein kleiner Hinweis zur Quelle des letzten Worts der Woche. Das Zitat kam aus einem Eintrag aus dem Jahre 2004.

Was Dan Gilmore ab 5:08 sagt, trifft sich von einer anderen Seite mit dem was ich zum Aufmerksamkeitsproblem bemerkte. Nicht nur auf Grund der zeitlich begrenzten Resourcen wird es dringend nötig eine wahrscheinlich technische Lösung zu finden, sondern auch weil das Überleben unserer Art davon abhängen kann. Intransparenz ist ein Werkzeug derer, die das Aufmerksamkeitsproblem täglich zu ihrem persönlichen oder systemischen Vorteil ökonomisch und politisch ausnutzen. Die persönliche, tägliche Aufmerksamkeitshygiene ist in diesem riesigen Nullsummenspiel vorläufig nur ein kleiner, individueller Patch für das Betriebssystem des 21. Jahrhunderts.