16.April 2004
Vom Ende her denken
Beschleunigung, Internet, Transformation - Comments Off 10:12 pm
Die Bedeutung eines gegenwärtigen Details ergibt sich immer aus dem Ende, zu dem es beiträgt. Wenn wir davon ausgehen das Blogs recht hölzerne, prähistorische Werkzeuge auf einem Weg sind, dann stellt sich dringend die Frage: Zu welchem Ziel tragen sie bei?
Meine Antwort: Kommunion. Oder sowas. Teilen dessen, was man aus der Gesamtheit des eigenen, geistigen Lebens für die Öffentlichkeit freigibt und fliessen lassen will. Woraus auch das Pathos mancher Blogs resultiert, denn jede dieser Trennungen ist immer künstlich und muss im Gestus gerechtfertigt werden.
Aber es geht ja nicht um Blogs. Es geht um den Bereich, den man öffentlich macht und damit um “personal publishing”. Darauf läufts hinaus. Und da wäre das Endziel, das alles was ich zum öffentlichen Teil meines geistigen Lebens erkläre instant jedem auf Terra potentiell zur Verfügung steht. Ohne das mir die technischen Vermittlungen sichtbar sind. Ob chronological reverse, statische Webseiten, gepelptes Pupsen oder XML: Einzig die bewusste Entscheidung etwas als öffentlich zu erklären wird in Zukunft auffallen. Die Identifikation mit pMachine, MT, WordPress oder Mambo oder Säbelzahntigerfelle ist prähistorisches Stammesdenken ohne Sinn für evolutionäre Horizonte.
Wenn diese sich berührenden öffentlichen Sphären die Herzen einer zukünftigen planetaren Kommunion werden wollen, dann könnte sich XML zum Blut des gesamten Kreislauf entwickeln. Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anders sagen. Mal wieder.
20.Dezember 2003
Enttäuschung und Schock
...was wyrd, Beschleunigung - 2 Kommentare » 8:37 pm
Mein Lieblingsmotto hat zwei Pole. Enttäuschung und Schock. Beide Zustände sind als Phasen bei Menschen die den Verlauf zukünftiger exponentieller Entwicklungen einschätzen zu beobachten. Zuerst Enttäuschung als Folge der Überschätzung, hernach Schock als Folge der Unterschätzung. Beides allerdings keine mentalen Resourcen um die Probleme der Zukunft zu bewältigen.
18.Dezember 2003
Was wyrd
...was wyrd, Beschleunigung, Prä-Singularität, Soziologie - 1 Kommentar » 10:33 pm
Mich deucht in den Gehirnen der jungen Generation ist die ständige, exponentielle Veränderung des Zukunftsraumes schon eingepreist. Nur ältere Herrschaften wie unsereiner delektieren sich noch am Wow-Faktor, weisen auf Moores Law hin oder mummeln: “Wo soll das bloss noch alles enden?”
Wer heute 15 oder 20 ist lebt mit der ständigen Revolution. Hat nie etwas anderes gekannt. Erwartet immer anderes und um den Faktor 10 erneuertes. Das wirklich Schockierende für diese Generation wäre das Erreichen der technologischen Grenzen. Was kommt nach Anything Goes?
10.Dezember 2003
Paradox
...was wyrd, Beschleunigung, Prä-Singularität - Comments Off 9:51 am
Das physische Erscheinungsbild dieser sich beschleunigenden technoiden Kultur ist so hausbacken wie eh. Autos brummen um die Ecke. Bei ALDI wühlt man im Gemüse. Ein Zug rauscht vorüber.
Aber unter dem biederen Kleid morpht es bis die Nähte knacken. Da laufen schon lange Herren mit eiligem Schritt bei Rot über die Ampel die in ihrem aus China importierten Anzug Informationsknoten beherbergen, die dem dritten Clarkschen Gesetz vollkommen genüge tun. Die gute Eile allerdings ist die gleiche wie vor Jahrhunderten und wärmt auch heute noch so sicher wie früher.