15.März 2010
Irritationen
...was wyrd, Beschleunigung der Beschleunigung, Internet, Soziologie - Kommentieren » 12:11 pm
Sowohl Aufmerksamkeit als auch Innovation sind Akte der Negation. Welche Folgen hat nun allerdings eine Situation, in der eine Innovation daran bemessen wird wieviel Aufmerksamkeit sie zentralisieren kann? Die “innovativen” Bemühungen um je eigene Splinternets (AOL, FaceBook, Twitter, iPad, … to be continued) sind Ausdruck des Wunsches Aufmerksamkeit zu sammeln, zu zentralisieren und die Innovation der totalen Vernetzbarkeit zu negieren.
Wirklich utopische Forderungen müssten die Aufmerksamkeit aus ihrem Korsett der Negation des nicht Wahrgenommenen befreien und Innovation vom Stigma der Vernichtung des Alten.
1.Februar 2010
Vom Weitergehen
...was wyrd, Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Denken, Events, Futuristik, Soziologie, Transformation - Kommentieren » 1:16 pm
Wenn etwas wirklich weitergeht, dann meist nicht dort wo der “Schwung der Figur” sie hätte hintragen sollen. Die selbstversichernde Identitäts- und Öffentlichkeitssimulation Bloggen muss da schon hin und wieder etwas gebrochen werden, denn “was sich ins Bleiben verschliesst, schon ist´s das Erstarrte.” In diesem Sinne sind auch die seit fast einem Jahr stattfindenden Gespräche zwischen Dr. Jay, Tim Bruysten und mir zu verstehen:”…entzückt durch das heiter Geschaffne, das mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt.” Seit Anfang des Jahres auch als Video in un- nicht postmoderner Überlänge zu verfolgen. Das geistige Mäandern der Beteiligten entspricht der zunehmenden Kontingenz der Zeitläufte. Komplexitätsreduktion durch pointierte Antworten ist nur zwischen den Zeilen und Personen zu erwarten. Wenn das so weitergeht schwant mir noch ein Zusammenhang zwischen Systemtheorie, Utopie, Futurismus, technologischer Beschleunigung, Parallelität, Abstraktion, Kontingenz, Postmoderne, Elena Esposito, Ästhetik, Thermodynamik, Wurst, Teilhard de Chardin, En- und Ektropy, Inequality, Komplexität und einem Sonnenuntergang am Meer in Holland. Zwischen Rundumschlägen und Rodungen besteht ein fruchtbarer Zusammenhang.
11.Juni 2009
1.WaveWednesday in Düsseldorf
Beschleunigung der Beschleunigung, Internet, Prä-Singularität, Soziologie, noosphäre - 3 Kommentare » 9:10 am
Wenn nach nur 3 Tagen Vorwarnzeit über 20 interessierte Menschen nicht auf eine Party gehen, sondern sich Vorträge über Google Wave anhören wollen, dann muss was in der Luft liegen. Nachdem Tim Bruysten und ich am letzten Donnerstag die Demo zu Google Wave gesehen hatten, war uns - wie vielen anderen auf Terra - sofort klar das Ende des Jahres etwas in den Pool der Kommunikationswerkzeuge dieser kleinen unbehaarten Affen geworfen wird, das transformatives Potential besitzt. Schon am Samstag plöppten an den verschiedensten Orten (Schottland, Johannesburg, SF…) organisierte Treffen zu Wave hoch, und von da aus waren es nur ein paar Clicks und der WaveWednesday Düsseldorf war geboren. Alexander Benker und (fast Dr.) Peer Lambertz von Cassini waren schnell ins Boot geholt und nun ist alles auch schon wieder Geschichte. Alex Benker hat noch mal die bis jetzt bekannte Architektur und Funktionalität zusammengefasst, während Peer Lambertz als Rechtsanwalt zu euphorischen Träumereien die rechtliche Erdung verpasste (Vortragslink folgt). Zum Abschluss habe ich versucht eine übergeordnete Sicht aus den unterschiedlichen Reaktionen auf GoogleWave abzuleiten.
Die Aufnahme ist mit einem 14-Euro-Mp3-Player in meiner Hemdtasche entstanden, der erstaunlicherweise eine Aufnahmefunktion hat. Besser als nichts.
Was mich sehr erfreut hat, war die Aufgeschlossenheit und kritische, zukunftsorientierte Neugier der Teilnehmer, die bis weit nach 12 Uhr eine Atmosphäre entstehen liess, die mich leicht an den ersten WebMontag in Köln erinnerte. Das es einen 2. WaveWednesday geben wird steht ausser Frage!
Linktip: Posting aus dem Jahre 2004 zum Thema
28.Mai 2009
Change des Change
Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Prä-Singularität, Singularität, Soziologie, Transformation - 3 Kommentare » 11:10 am
Aus den Kommentaren zu meinem Gastvortrag im Studiengang C-MD an der FH-Aachen meine ich einen Groove herauszuhören, der bei Einzelnen genau den Drive hat den wir in den nächsten Jahren brauchen werden.
Da driftet in der impliziten Zukunftsbewältigung mächtig was auseinander. Die unter 30-jährigen haben wirklich das exponentielle “anything goes” eingepreist und wollen in großen Teilen nur den Arsch an der Wand hochbekommen. Noch eine Fliege im Honig ist da wirklich non-wowig.
Für die post-30-jährigen hiesse das mal wirklich nichtlinear zu denken: zu merken, das die “Zukunft” schon eingefaltet ist in die Köpfe der heranwachsenden Generation, die Gegenwart längst in eine Richtung abgebogen ist, die die vorherige Generation so nicht gesehen hat. Die aufgeregten Entdecker eines neuen Horizonts sterben den mentalen Tod der Lächerlichkeit, wenn sie nicht registrieren wollen, das der Boden auf dem sie denken längst aufgehört hat zu schwanken und zu einem fliegenden Teppich mutiert ist. Der Schwindel, der die über 30jährigen im Angesicht Moores Law und der zurückgelegten utopischen Distanzen ergriffen hat, ist längst pathetisch. Niemand muss trommeln, wenn alles groovt.
Auf dem sogenannten C-Level sieht das selbstredend anders aus. Und genau dieses out-of-sync sein kann dramatische Konsequenzen für die Knowledge-Integrität (ich nenns mal so) großer Organisationen haben. Die jüngeren Angestellten sind mental und tooltechnisch unaufgeregt im pre-Singularitäts-Zeitalter angekommen, während das C-Level stolz Emails ausdruckt. It needs two to tango, aber bei so einem Tänzchen muss einer stolpern oder mit seinen Krücken der Macht wild um sich schlagen.
4.Dezember 2007
Kurzes Statement zur globalen Lage
Beschleunigung der Beschleunigung, Prä-Singularität, Singularität - 27 Kommentare » 2:21 pm
Wer 200X in Fragen der Zukunft unterwegs ist und das Konzept der technologischen Singularität aus Unkenntnis oder Strategie ignoriert, ist, ob bewusst oder unbewusst, lediglich werblich für kurzfristige Gruppeninteressen unterwegs.
Umkehrschluss: Wer werblich oder für kurzfristige Gruppeninteressen unterwegs ist, muss diesem Konzept durch welche Begründung auch immer eine rationalisierende (keine rationale) Absage erteilen.
Wer dieses Konzept und seine aktive wie passive Wahrscheinlichkeit versteht und ablehnt, muss erklären warum er eine Welt mit:
*Peak Oil
*globaler Vermögenskonzentration durch Technologie
*Klimakatastrophe
*Altern für jeden
*Transhumanen Reichenghettos
für unabänderlich oder sogar erstrebenswert hält.
Die anderen treten bewusst und aktiv in eine Phase des Übergangs der Menschheit ein.
8.September 2007
Wie vernagelt ist die deutsche Web 2.0-Gemeinde?
Beschleunigung der Beschleunigung, Singularität - 5 Kommentare » 10:49 pm
Da gabs gestern eine Preparty zum Singularity Summit II. Nun gut, wir haben im Augenwinkel vor Monaten registriert (aber je akzeptiert?), dass Leute wie Peter Norvig da Gastredner sein werden. Aber nun muss ich mit freudigem Entsetzen feststellen, dass Joshua Schachter, Mark Zuckerberg und was weiß ich nicht wer noch sich gestern Abend auf dieser Pre-Party zum Singularity Summit vergnügt haben. What means, dass die Herren zumindest am Rande über dieses Konzept informiert sind. Derweil man sich hier über Geld verdienen mit Blogs, Web2.0 im Mittelstand etc pups pp herrlich seriöse Gedanken macht. Ha! (trocken goutieren). Hier fragt man sich ganz basicisiert, ob Facebook ein tragfähiges Geschäftsmodell sei. Erwägt und trackbackt hin und her, lässt sein obligates: Es bleibt “spannend” fallen und linkt.
Dieweil die Helden unserer eigenen geistigen Provinz ihre Hirne mit Memen füttern, die die hiesige Blöökossphäre nie auch nur im entferntesten tangieren. Dennoch wundern sich die Hiesigen, wie das da drüben nur andauernd zustande kütt. Und übersehen in immerwährender, fetter, seriöser Dumpfheit den Zusammenhang der Beschäftigung mit fernen Zukünften und den Entscheidungen in der Gegenwart. So wird es es allemal und immer nur für DVD-Tauschbörsen, Facebook-Klonen und resignativem Ami-Linken reichen.
Zukunft ist nirgends. Zukunft ist der Teil unserer Imagination, dem wir das noch nicht gewesen sein zuschreiben. Vergangenheit ist was für Psychiater und Historiker. Wenn der Beat der Bilder sich beschleunigt, muss man den Mut aufbringen und dem Genius tief innen lauschen. Alles andere kommt zu spät und verfehlt den Sinn, den die eigene Existenz am je eigenen Ort verrichten soll.
Provinz ist ein imaginativer Reigen von Bildern, die man am “knapp geschlagen” erkennt. Utopie ist der Teil der Imagination Zukunft, an dem jeder mit einem atemlosen Lächeln teilhaben möchte.
17.Juli 2007
Funktion von extremem Futurismus
Beschleunigung der Beschleunigung, Futuristik - 8 Kommentare » 8:18 am
Hier und heute die Folien des Vortrags von gestern abend. Ein Vortragstext existiert nicht, aber wer braucht sowas wenn es Video gibt? Irgendjemand von der MDH hat alles aufgenommen und wahrscheinlich wird alles irgendwann gegen mich verwandt.
Im Vergleich zum 26.Juni ist die Fassung von gestern abend stark aufgebohrt und wird sich auch noch weiter entwickeln, da es sich hierbei um einen Rahmen für den Umgang mit Zukünften handelt. Lauter moving targets. Zukunft wird und muss verhandelt werden.
Man könnte es auch so zusammenfassen: Utopie ist kein Trend!
14.Mai 2007
Google und SIAI
Beschleunigung der Beschleunigung, Künstliche Intelligenz, Prä-Singularität - 3 Kommentare » 12:47 am
Ohne viel Schnörkel: Ich kann meine schon früher geäusserte Vermutung das 2007 für AI, nein für AGI sehr interessant, nein entscheidend wird, mit der Meldung untermauern, das Ben Goertzel und Elizier Yudkowsky im Laufe diesen Monats oder etwas später Vorträge bei Googel über Novamente, AGI und FAI halten werden.
Pathetischer Nachtrag: Vorgestern war der 10. Jahrestag der historischen Niederlage eines Schachgroßmeisters gegen einen Rechenknecht. Schon vergessen, nicht? Dachte ich mir.
Nachtrag, 16.5: Yudkowsky dementiert einen Termin bei Google zu haben. Ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tendenz. AGI wird 2007 salonfähig.
Technorati Tags: Ben Goertzel, Google, AGI, Novamente, Yudkowsky
4.Mai 2007
Cognitive Computing 2007
...was wyrd, Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Künstliche Intelligenz, Singularität - 4 Kommentare » 7:19 pm

Entgegen den massenmedial eingehämmerten Platitüden, wie die vom uninnovativen Deutschland, sieht die Realität oft schockierend anders aus. Es gibt da im fernen Japan eine Klitsche die heisst Honda und entwickelt den Roboter Asimo. Für Honda ist “Intelligenz eine Technologie”. Zitat aus dem Vortrag des Honda Research Institute auf der Cognitive Computing 2007, die gestern und vorgestern in Berkley stattfand. Honda Research Institut, so so. Wo ist das denn? Aha, Offenbach, Germany. So so. Und wer hielt den Vortrag? Ein Japaner? Weit gefehlt. Edgar Koerner, der Chef selbiger Institution aus Offenbach. Prof. Dr. Edgar Koerner hat übrigens in Ilmenau studiert. Ilmenau liegt nicht im Silicon Valley.
Wie auch immer, Steve Jurvetson (der schon wieder) meint jedenfalls das das sein favorite Vortrag an dem Morgen war, und da waren noch einige andere wie zum Beispiel der von Dharmendra S Modha, der davon berichtete wie sie bei IBM 8 000 000 Maus-Neuronen mit je 8000 Synapsen simuliert haben, um diese dann in 1/10tel der Realzeit ablaufen zu lassen. Danach sind sie nicht golfen gegangen, sondern werden wahrscheinlich eifrig weitergemacht haben, falls jemand rumklügeln sollte von wegen das würde doch sowieso nie und überhaupt. So, und was war sonst noch?
Nico Lumma hat einen Shop oder sowas aufgemacht.
29.April 2007
Nicht in Kansas
Beschleunigung der Beschleunigung, Events, Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie, Post-Singularität, Prä-Singularität, Singularität - Kommentieren » 9:14 pm
Aber in Essen. Ich weiss nicht welche Pille einige der anwesenden Zuhörer letztendlich gewählt haben, gut unterhalten worden sind sie allemal. Niemand hat sich gelangweilt obwohl statt der angepeilten maximal 40 Minuten, derer 60 wie im Fluge verschwanden. Dafür gab es ein ordentliches futuristisches Schleudertrauma mit 1 x Kardashev und zurück. Die Frage was Web2.0 denn sei, nimmt sich dagegen wie eine Nematodenverdauungsstörung aus.
Wer nicht da war - und das waren leider viel zu viele - wird vielleicht später die von Herrn Sixtus mit allem technischen Vodoo gevideobannte Fassung bewundern können. Derweil ich noch an einer Linkliste bastele und in der Zwischenzeit eine PDF-Fassung der Folien dieses Singularitätsvortrags (7Mb) auf Anfrage anbiete. Wer damit nix anfangen kann, darf mich ruhig für einen Vortrag buchen.