Nur ein Photo?

Dieses Hubble-Bildchen ist schlappe 60Mb (am Besten Rechtsclick speichern unter…) groß, bringt jeden Browser garantiert zum Absturz und wenn man möchte den Betrachter zum Grübeln. Eine durchschnittliche Galaxie bringt es auf ca 100 Milliarden Sterne. Von solchen Klumpen sind fast ebensoviel plus minus 3 vorhanden. Macht unterm Strich geschätzte 10000000000000000000000 Sternchen. Weiss natürlich jeder, der damals auf meinem Vortrag über die größten bekannten Strukturen im beobachtbaren Universum auf der Effelsbergtour unter den Hirschgeweihen dabei war.

Daraus folgt, das wenn man ins Rund schaut durchschnittlich mehr Galaxien als Sterne zu sehen sind. Und nur einer davon soll grübelnde Bildbetrachter hervorgebracht haben?

Teilhard de Chardin, Mein Universum, 1924

Oh ja! Es ist sehr dunkel vor uns! Und die Sterne sind nicht mehr da, wenn es darum geht, den Standort im Universum zu bestimmen. – Etwas jedoch scheint gewiß. Das Geräusch der Wogen, das wir vernehmen, ist nicht nur das ungeordnete Schlagen der Fluten gegen die Flanken unseres Schiffes. Hinzu kommt noch das besondere Rauschen des Wassers unter dem Kiel. Das Land, dem wir entgegensegeln, ist vielleicht unbekannt. Das ist unwichtig. Auf jeden Fall sind wir nicht ein nach dem Zufall treibendes Objekt. Es gibt einen Sinn der Dinge. Wir kommen voran. Wir schreiten voran.

Ralph Waldo Emerson, Selbstvertrauen


„…Es wird eine Übereinstimmung auch in den verschiedenartigsten Handlungen geben, wenn sie nur jede zu ihrer Zeit ehrlich und natürlich sind. Da sie einem Willen entspringen, werden die Handlungen harmonisch sein, wie ungleich sie auch erscheinen mögen. Jene Unterschiede verschwinden in einiger Entfernung und Gedankenhöhe aus dem Blick. Eine Tendenz vereinigt sie alle. Der Kurs des besten Schiffes ist eine Zickzacklinie von zahlreichen Kursänderungen. Betrachte diese Linie aus hinreichender Entfernung, und sie glättet sich zu einer Durchschnittsrichtung. Deine wahre Handlung wird sich selbst erklären und wird deine übrigen wahren Handlungen erklären. Dein Konformismus erklärt nichts. Handle selbstständig, und deine früheren selbstständigen Handlungen werden dich nun rechtfertigen. Größe wendet sich an die Zukunft.“

Rumi

„Humankind is being led along an evolving course…and though we seem to be sleeping, there is an inner wakefulness that directs the dream, and that will eventually startle us back to the truth of who we are.“
– Rumi, aus „The Dream That Must Be Interpreted“

Proömium

Die größte Energie und höchste Spannung der Geisteskräfte findet, ohne Zweifel, in der Jugend statt, spätestens bis ins 35ste Jahr: von dem an nimmt sie, wiewohl sehr langsam, ab. Jedoch sind die späteren Jahre, selbst das Alter, nicht ohne geistige Kompensation dafür. Erfahrung und Gelehrsamkeit sind erst jetzt eigentlich reich geworden; man hat Zeit und Gelegenheit gehabt, die Dinge von allen Seiten zu betrachten und zu bedenken, hat jedes mit jedem zusammengehalten und ihre Berührungspunkte und Verbindungsglieder herausgefunden; wodurch man sie allererst jetzt so recht im Zusammenhange versteht. Alles hat sich abgeklärt. Deshalb weiß man selbst Das, was man schon in der Jugend zu wissen glaubte, jetzt viel gründlicher; da man zu jedem Begriffe viel mehr Belege hat: Was man in der Jugend zu wissen glaubte, das weiß man im Alter wirklich, überdies weiß man auch wirklich viel mehr und hat eine nach allen Seiten durchdachte und dadurch ganz eigentlich zusammenhängende Erkenntniß; während in der Jugend unser Wissen stets lückenhaft und fragmentarisch ist. Nur wer alt wird, erhält eine vollständige und angemessene Vorstellung vom Leben, indem er es in seiner Ganzheit und seinem natürlichen Verlauf, besonders aber nicht bloß, wie die Uebrigen, von der Eingangs-, sondern auch von der Ausgangsseite übersieht, wodurch er dann besonders die Nichtigkeit desselben vollkommen erkennt; während die Uebrigen stes noch in dem Wahne befangen sind, das Rechte werde noch erst kommen.

Schopenhauer, Vom Unterschiede der Lebensalter