Ungleiche Zukunft im Sand

Die Zukunft ist, einem Bonmot folgend, wirklich sichtbar ungleich verteilt. Wobei diese Ungleichverteilung gleichzeitig Motor des technologischen Fortschritts ist und Feind jedes utilitaristischen Ansatzes. Physisch sichtbar manifestiert sich diese Ungleichverteilung in diesem geschichtlichen Moment überdeutlich in Nakheel in Abu Dubai. Jeder der auf diesem Planeten nicht um die nächste Miete hadern muss, zieht gerade um in einen feudalistischen Wüstenstaat, um unbehelligt vom Treiben des Plebs jeden denkbaren Wunsch und Luxus zu geniessen. Meine Sorgen um die Möglichkeit eines transhumanen Reichenghettos, dessen Insassen sich moralisch, technologisch und medizinisch vom Rest des Planeten abkoppeln, scheinen dort im Sand Wirklichkeit zu werden.

Dort in der Wüste erhebt sich ein unwahrscheinliches Zentrum der Negentropie, das sich aus der Dynamik eines Systems nährt, dessen unbewusster Vektor von Ungleichverteilung angetrieben immer höhere Zustände der Komplexität anstrebt. 80 Proszessorkerne auf einem Chip und ein 810 Meter hoher Turm voller sinnensatter Körper sind zwei Enden des gleichen Taumels.

3 Gedanken zu “Ungleiche Zukunft im Sand

  1. Ich glaube eher, die Negentropie zeigt ihr eines Ende in den 80 Prozessorkernen und dem 810 Meter hohen Turm und in siehe morgen.

    Doch welches ist das andere?

  2. Ja schon, in Richtung Klein und Richtung Groß, nur wippen sie um denselben Punkt. Wie Du schon sagtest: „zwei Enden des gleichen Taumels“

    Wenn also die Zunahme der Komplexität die Achste der Wippe ist, was ist dann das Gegenteil? Zwei Wippen an zwei Waagschalenenden, das Pendel am Pendel, also eben gerade nicht deterministisch. Bzw. determinierbar?

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