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Siggis letzte Worte




30.Juli 2006

Definition für Web 3.0

Events, Internet, Soziologie - 8 Kommentare » 4:02 am

Der Selbstversuch hat ergeben:

Web 3.0 ist Web 2.0 plus Analog-grillen

28.Juli 2006

Zeichen der Zeit: Neue Google Dienste

Beschleunigung, Internet, Wirtschaft - Comments Off 1:22 pm

Mein Mantra, das in diesen beschleunigten Zeiten nur noch der Faktor 10 regiert, wird definitv von Google praktiziert: Google Events, Google Guess, Google Real Estate Search, Mobile Marketplace, R9, RS2, Online Asessment, CF, GMT, Voice…

Tom Peters live: nicht Ready, Aim, Fire sondern praktiziertes: Fire! Fire! Fire!

via Philipp

16.Juli 2006

10 Anzeichen dafür, das eine technologische Singularität stattgefunden hat

Singularität, Sonstwas - 7 Kommentare » 5:39 pm

In englischsprachigen Blogs kursiert eine Geheimliste mit 10 Anzeichen für den Fall das uns ein Hard-Take-Off erwischt haben sollte. Da mir das deutschsprachige Humankapital sehr am Herzen liegt, folgt hier der Versuch einer nichtmaschinellen Übersetzung:

10 Du kommst zu spät zur Arbeit weil Du vergessen hast wo der Verschlüsselungscode für dein Backup-Bewussstsein rumlag.

9 Die Glotze schaut Dir mehr zu, als Du ihr.

8
Dein Scheidungsprozess beinhaltet einen fiesen Streit wer den Quellcode für das Betriebssystem Deiner Frau besitzt.

7 Deine Katzen haben ein höheres Einkommen und einige höhere Abschlüsse als Du. Ab und zu lassen sie sich von Dir streicheln, während sie Differentialgleichungen lösen (sie glauben Du siehst dabei süss aus).

6
Du wirst aus Deinem Körper ausgewiesen, der zur Begleichung von Steuerschulden beschlagnahmt wird.

5
Mehr Computer besitzen Leute, als Leute Computer. Gewalt in Videospielen erhält eine gänzlich neue Bedeutung.

4
Auf Deinem Weg zur Arbeit bricht die Zivilisation mehrmals zusammen und wird wiederaufgebaut. Im allgemeinen verursacht das nur leichte Verspätungen…

3 Politische Kommentatoren sind überrascht, als ein AI-Kandidat mit 99,99999% der Stimmen gewählt wird, da Minuten vor Wahlschluss einige Trillionen Wähler erzeugt worden sind.

2 Goldfisch Kekse winseln um Gnade, versuchen zu entkommen und schreien wenn Du in sie beisst. Deine Kinder lieben das…

1 “Blue Screen of Death” ist nicht länger eine Redewendung.

Sollte irgendjemandem eines der obigen Indizien vor 2012 unterkommen: Droge wechseln!

12.Juli 2006

SENS-Hypothesen von Aubrey de Grey halten Prüfung stand

Events, Lebensverlängerung, Medizin, Prä-Singularität, Transhumanismus - 2 Kommentare » 11:29 am

Wie vor fast einem Jahr hier schon mal berichtet, hatte die Technology Review auf Initiative des Chefredakteurs Jason Pontin ein Preisgeld von 20 000$ für denjenigen ausgesetzt, der darlegen kann, das die SENS-Hypothesen von Aubrey de Grey “…derart falsch sind, das sie keiner akademischen Debatte würdig sind”.

Was folgte, war das gewohnte Schweigen, das schon für Pontin der Anlass zu diesem ungewöhnlichen Aufruf war. Schliesslich wurden doch noch vor ein paar Monaten 3 Kritiken eingereicht, auf die de Grey auch anwortete.

Nun fehlte nur noch eine Jury, deren Mitglieder ihre Denkfähigkeit genügend unter Beweis gestellt hatten um zu allgemein aktzeptierten Schlüssen zu kommen. Ich weiss nicht an welchen Schrauben da gedreht wurde, aber schliesslich gehörten unter anderem Craig Venter, Nathan Myhrvold und Rodney Brooks zu den Juroren. Nicht schlecht. Fehlende logische Schlussfähigkeit kann man diesen Zeigenossen nicht unterstellen. Eher vielleicht ein gewisses Interesse an der Thematik. Gerade bei Nathan Myhrvold gibt es Befürchtungen, das er sich mit seiner Firma Intellectual Ventures zu einem Darth Vather des technologischen Fortschritts entwickeln könnte. Die Biochemie des Alterns mittels Unmengen von Sperrpatenten in den Händen eines EX-Microsoft Milliardärs. Na, wie klingt das? - War nur Spass.

Ok, weiter. Und es begab sich, das gestern das hohe Gremium kreiste und verlauten liess, das die kritisierenden Herrschaften ihr Ziel der Wiederlegung nicht erreicht hätten, obwohl usw…(Eiertanz gekürzt). Es wäre grundsätzlich zu bemängeln das sie zu schnell mit ihren persönlichen Angriffen und dem “name calling” wären. LEO meint eine “ordinäre Beschimpfung” käme dem recht nahe. Wissenschaftler, die andere Wissenschaftler beschimpfen? Unmöglich. Da sei Popper vor!

Um die Beschimpfenden zu besänftigen, wurde dem am wenigsten Schimpfenden ein Zuckerl in der Höhe der Hälfte des Preisgeldes überreicht, allerdings ohne die Zustimmung der Methuselah Foundation, die die andere Hälfte gespendet hatte.

Nachdem nun also die SENS-Hypothesen soweit bestätigt worden sind, das ein junger Wissenschaftler nicht gleich befürchten muss seine Karriere zu ruinieren, wenn er mit dem Namen de Grey in Verbindung gebracht wird, können wir gemeinen Alternden endlich darauf hoffen das ein wenig Bewegung in die Betonwände uralter Glaubenssysteme kommt.

4.Juli 2006

Webmontag in Köln, die n-te

Events, Internet, Prä-Singularität - 8 Kommentare » 4:34 pm

Der Hype ist raus, die Teilnehmerzahlen angenehm abgespeckt, und die unheimlich erwachsene Zwischenfrage aus dem Hintergrund, wo denn das Geschäftsmodell wäre, wird erfreulicherweise von vielen Teilnehmern mit einem leichten Lächeln ins Bier begleitet. Was mich im Gespräch erfreute: In den post-Web 2.0 Kreisen existieren Zeitgenossen, denen klar ist das Algorithmen Politik sind. Philipp Lenssen ist das sowieso klar, aber auch Tim Bonnemann scheut sich nicht über Plattformen nachzudenken die politische Argumentations- und Bildungsprozesse verrationalisieren könnten. Gerade im Gespräch mit Tim ist mir wieder einmal deutlicher geworden, das es 2 Utopien gibt, die in Verbindung mit dem Versprechen, das den Internettechnologien innewohnt, zu einem gesellschaftlichen Fortschritt führen könnten: Gerechtere Verteilung von Macht und rationalerer politischer Diskurs. Tim Bonnemann sucht nach Ideen, die den politischen Diskurs mittels Web 2.0 Technologien von den alten säugetierischen Prozessen, die jeder der je mehr als 3 Menschen auf einem Haufen erlebt hat, wegführen können. Ich denke, das ist ein Aspekt - sagen wir die Habermas´sche Seite der Angelegenheit - während Macht die dunkle Seite ist, die sich über derartige Marginalien seit je hinweggesetzt hat. Eine Säule jeder Macht ist manipulierte Aufmerksamkeit, womit wir wieder bei Michael Goldhaber sind. Ich kann es immer noch nicht besser formulieren als vor ein paar Monaten:

Alle mir bekannten Web 2.0 Anwendungen, Blogs oder sonstigen Internetschrebergärten versuchen nicht das Aufmerksamkeitsproblem zu lösen, sondern für sich zu entscheiden.

Wer in Zukunft in der Lage sein wird dieses Problem zu beschreiben und algorithmisch zu lösen (nicht für sich zu entscheiden), wird sich mit Sicherheit den Hass aller Manipulateure dieses bekloppten Planeten zuziehen.

Die Präsentation von Mnemo.org durch Tim Bruysten zeigte volle Web 2.0 Bereitschaft zur Beta: Alpha! Was sich aus der irgendwie ansprechenden Anfangsidee mit der Zeit herausschälen wird, wollen sie selbst nicht festlegen, sondern stürzen sich bewusst in den endlosen, morphenden Tanz mit dem Nutzer.

Obgleich Steffen Mazaneks kurzer Vortrag über die Visualisierung von sozialen Netzwerken im schlichten Folienklatscherformat daherkam, wohnt dem Thema eine beunruhigende Brisanz inne. Über allem schwebt natürlich die unausgesprochene Frage, was denn ein optimales Netzwerk ist. Wieder so eine sozialtechnologische Frage mit Endspielcharakter.

Tja und dann war da noch der indisch aussehende Coder, der mir und Philipp auf dem nächtlichen Spaziergang zur Kathedrale auf dem Kölner Bazaar einen kleinen Einblick in die Geschichte von Open Laszlo und Herrn Canter gab. Es war angemessen, beim Anblick der Kathedrale über die Singularität zu räsonnieren und allen Fragen des Abends mit einer Antwort zu begegnen.