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Siggis letzte Worte




31.Juli 2005

Kevin Kelly und eine Vergangenheit einer Zukunft

Beschleunigung, Denken, Futuristik, Internet - Comments Off 5:03 pm

Es ist echt zum Kotzen. “He was born in 1952. He has no college or university degrees.” Warum muss man sich 2005 immer noch mit vom Schlipps dumm gewürgten Spacken in Fragen der technologischen Zukunft zulabern lassen, wenn jemand vor Jahrzehnten schon mehr Sehstärke bewiesen hat als die vergreiste BWLer Jugend und dabei formal ungebildeter ist als ein heutiger Büroinformatiker? Vielleicht ist das wie beim Gehirn: Voller Nerveneinsatz entspricht einem epileptischen Anfall und jeder mentale Schlips hat die Funktion unser gemeinsames Durchknallen durch Ausbremsen zu verhindern. Also lobet den Katzencontent und die Rückfrage: “Was´n Blog?!”, aber lest den Artikel von Kevin Kelly bei Wired über dieses Interdings. Welche Auswirkungen Nanotechnologie oder andere “unmögliche” Spinnereien in den nächsten 10 Jahren haben könnten, verrät Herr Kelly nicht. Schliesslich will er ja nicht als Spinner tituliert werden.

24.Juli 2005

China, Öl, Terror, Immobilienblase, Wechselkurse

...was wyrd, Wirtschaft - Comments Off 8:41 am

Schaut man sich heute morgen um, welche Meinungen und Kommentare es zu dieser Gemengelage gibt, drängt sich mir der Eindruck auf: Ärger voraus!
Was in allen Finanzorganen nicht so deutlich angesprochen wird, ist das dadurch die Zinssätze in Amerika steigen werden und das das wiederum die Immobilienblase beenden wird. Wie schnell, wie heftig: keine Ahnung. Offiziell wird eine andere Lesart ausgegeben, aber was soll Bush denn sagen? Hey, der Kredithai, dem wir unseren Lebensstandard verdanken kommt demnächst zumTee?!

Das China mittels CNOOC Unocal zu einem Preis kaufen möchte der über dem von Mitbieter Chevron liegt, deutet darauf hin das man in China mit steigenden Ölpreisen rechnet und dementsprechend handelt. Vielleicht wird das getriggert durch Terroranschläge. Lesetip: John Robb´s Global Guerillias.

Und welche Funktion hat in dieser Gemengelage das Netz als “Empowering-Machine” (ürrgs [möge seine Hand beim Tippen gezögert haben]) für die Massen? Ich fürchte keine große. Es können Zeiten kommen wo der einfache Zugang zu diesem Internetz für viele unbezahlbar wird. Auch in den westlichen Staaten. Die, die dann am dringensten eine Stimme bräuchten, werden dann keine haben…

22.Juli 2005

Chinas Dollar-Wechselkurse, UNOCAL und Bomben in London

...was wyrd, Peak Oil - Hubbert Peak, Wirtschaft - 10 Kommentare » 7:07 pm

Was durch die gestrigen Bomben in London leider unter den Nachrichtentisch fiel ist, das China die Bindung zum Dollar aufgegeben hat. So what? Der berühmte Sack Zement, der diesmal wirklich in China umgefallen ist? Nicht, wenn man die 750 Milliarden Dollar amerikanische Schuldverschreibungen die im Besitz von China sind, im Hinterkopf hat. Sinkt der Dollar, sinkt der Wert der Schuldverschreibungen. Auf welche Ideen man da kommen könnte! Da gibt es nämlich noch eine kleine Immobilienblase in USA. Die Größe eines Stecknadelkopfes steht in keinem Verhältnis zum Geräusch eines platzenden Ballons. Da hört man doch gerne das CNOOC UNOCAL für mehr Dollars als Chevron kaufen möchte. Aber das hat bestimmt nichts miteinander zu tun…

15.Juli 2005

Nochmal Hermeneutik von Technik

...was wyrd, Soziologie - 5 Kommentare » 9:01 pm

Jeder Interpret einer Technik wird auf seinem Wertehintergrund aus den vielen möglichen Zukünften einer Technik auch unakzeptable Zukünfte aus einer Technik herauslesen können. Ich drücke das bewußt so allgemein aus.

Ein Reflex, der nur auf die “negative” Untermenge der denkbaren Zukünfte abstellt, unterdrückt die Prozesshaftigkeit der Interpretation von “Technik” und resultiert im Grunde aus einer Sehnsucht nach einem deterministischen Weltmodell. Das gilt ebenso für eine nur “positive”, ausbeutbare Zukunft wie sie ratlosen Entscheidern verkauft wird.

3.Juli 2005

Hermeneutik von Google Earth

Beschleunigung, Internet, Prä-Singularität, Transformation - 3 Kommentare » 11:37 am

Auch Technik muss interpretiert werden. Sozusagen eine Hermeneutik der Technik. Nur um dem Vorwurf zu begegenen, ich würde in dem Bonmot “Ingenieure verändern die Welt, Yogis grinsen nur rum.”, Philosophie gegen Handwerk ausspielen. Einerseits ist darin bewusst der Begriff Yogi enthalten. Nicht “Philosophen”. Wohl um den Koestlerschen Gegensatz zwischen Kommissar und Yogi mitschwingen zu lassen und andererseits negativ, weil ich “Yogis” nie in den Rang von Panditen erheben würde…

Wenn man nun ein stufiges Entwicklungsmodell wie zum Beispiel das eines Herrn Wilber nähme, könnte man daraus ableiten das eine Interpretation von Technik immer einen phasenspezifischen Reflex aus der jeweiligen aktuellen Entwicklungsebene darstellt. Auf den unteren Ebenen wird im Schraubenzieher nur ein Mittel zur Macht entdeckt, auf den mittleren vielleicht eines zur Weltveränderung, auf den höheren eine physische Manifestation eines Archetyps, mithin etwas “spirituelles”. Die “Yogis” die in einem Werkzeug wie zum Beispiel Google Earth nichts “spirituelles” entdecken können und kein bezaubertes “Endlich!” seufzen, decouvrieren ihren eigenen, vorgeblichen Entwicklungsstand.