Bedeutung von Google Earth

Wichtig bei derartigen Artefakten ist, sich zu fragen was es bedeutet, nicht was es ist oder noch nicht ist. Die Anwort auf die Frage nach der Bedeutung kann intuitiv in Millisekunden geleistet werden, wenn man über hinreichend genug Phantasie verfügt. Mäkeln an „Performance“, Auflösung oder Features ist so phantasielos wie pragmatisch. Vielleicht ist beides identisch. Pragmatiker sind ja auch meistens phantasielos.

In den nächsten Wochen wird wohl eine Welle der Begeisterung durch Google Earth losgetreten, und das nicht zuletzt wegen der emotionalen Implikationen einen Standort einzunehmen, der bis jetzt Astronauten vorbehalten war. Dissoziation ist ein Pfad der Heilung. Ingenieure verändern die Welt. Yogis grinsen nur rum.

Google Earth und der Geographieunterricht

Eigentlich müsste seit Dienstag ein Schock durch die Reihen der Geographielehrer und Dirkeweltatlaserklärer gehen. Natürlich kann man sich Millionen fundierte Methodenargumente einfallen lassen, die gegen die Verwendung derartiger UFOs sprechen. Als ich vor Monaten Google Maps sah, schwante mir schon das da Probleme für ganze Berufsgruppen entstanden waren. Und nun sowas! Alle Bedenkenträger jeder reformierten Pädagogik jenseits von Bielefeld und zu Füssen von Hentig werden aufstehen und ihre Zeigefinger putzen. Geschwört!

Wie auch immer. Irgendwann muss ich doch mal meine morphologische Kreuztabelle entstauben und vorzeigen. Google Earth wäre darin ein Produkt aus Satellitentechnik x Internet x Moores Law das in einige Kontexte mit dem irren Kichern echter Geeks abgekippt wird. Liebe Kinder, sowas ist nur der Anfang. Auch wenn ihr keine Lehrstelle bekommt. Oder deswegen? Egal. Geil.

Keynes hat Geburtstag

John Maynard Keynes wurde heute vor 8803 44560 Tagen am 5. Juni 1883 in Cambridge geboren. Ein Zitat, das verdammt an die Gegenwart erinnert:

… Die existierende Theorie der Arbeitslosigkeit ist Nonsense. In einer Depression gibt es keinen Lohn der niedrig genug wäre um Arbeitslosigkeit zu verhindern. Dementsprechend ist es bösartig, die Arbeitslosen für ihre Notlage zu beschuldigen.

Fordern und fördern. Der Export boomt. Profitable Firmen werden von Private- Equity- Unternehmen ausgeschlachtet, und auf der anderen Seite wird der stagnierende Binnenkonsum beklagt. Geschichte wiederholt sich nicht? Solange ungezügelte Gier global agieren kann, wiederholen sich Dichotomien, deren dramatischen Niederschlag wir in Werken der Literatur geniessen, aber bitte nicht in unser Leben explodieren lassen möchten. Keynes wird sein Revival noch bekommen.

Bloggen in der NRZ

In der Onlineausgabe der NRZ vom 1. Juni ist ein Artikel über Bloggen in Düsseldorf zu finden. Rainald Schückens, der Mehrzweckbeutel und der Herr Becker (51) kommen selbstverständlich auch drin vor. Das Telefoninterview vor ein paar Wochen hatte ich schon längst vergessen und mir war auch nicht erinnerlich den Begriff „Buden“ für meine 2 Blogs hier benutzt zu haben. Man muss halt aufpassen was man der Presse gegenüber sagt. Ein leicht dahingeworfenes, plakatives Wort und schwupps lebt man im Netz in einer Bude 🙂 .

Da fühle ich mich in der Frankfurter Rundschau ernster genommen.

Na ja, egal. Andere haben noch nicht mal ein virtuelles Papierdach über dem Kopf. Wir warten auf den Blog von Frau Simone Thiess. Rupert Murdoch würde das nur begrüssen. Wie aus seiner Rede im April vor der American Society of Newspaper Editors herauszulesen, sind ihm Blogs sehr gewärtig, ebenso wie die Problematik das weltweit die Einnahmen der Presse nur eine Richtung kennen: Down! Nun ja, vielleicht liegt es ja auch an solchen Timelags wie oben angedeutet.