Unbegriffen

Die Rubberbandmänner der K-IV-Ebene angeln mit Ideen. Das Lächeln hinter dem Licht jeder zerbröselten Grenze ist ein Akt des Omega-Bootstrapping. Wer den Spagat zwischen Idee und Realität nicht reitet, denkt. Genueser Schiffe treiben jederzeit durch die Lüfte um unseren Kompaß zu entführen. Die Glut eines entzündeten Kompasses vererbt sich ohne Mühe. Link ist Brand. Netz ist Vergessen. „Ich bin“ wyrd.

Sakrales Mosaik

Ob Sonnenuntergang, Galaxie, Katzenbildnis oder Grand Bordeaux: Alles nur sinnliche Wegmarken auf einem Spaziergang, der den Spaziergänger an die Fortbewegung erinnern soll. Gedächtnis ist eine Erfindung zum Zwecke der Täuschung. Anfängergeist würde noch immer Schlamm goutieren. „Vorwärts“ ist eine bildhafte Wendung ins Unwahrscheinlichere, getrieben vom Reflex auf die Wegmarken. Die geistige Masse aus Marke, Weg und Mensch treibt schmerzvoll Würde suchend dem Omega entgegen.

Singularitätsweiterbildung für Schlipse

Gurus sind ja nicht Gurus, weil sie so denken wie das Excel-Fussvolk. Tom Peters wäre nicht Tom Peters, wenn er so denken würde wie Ackermann, Schröder oder Laurenz-Mayer. Und weil das so ist kann der Herr Peters den Herrn Kurzweil interviewen. Ob das Thema dabei auf ein fruchtbares Hirn gefallen ist, werden vielleicht die aufgereihten Schlipsdrohnen im nächsten Massenseminar von Herrn Peters erfahren dürfen.

Mir passt natürlich nicht die Fixierung von Kurzweil auf Uploads und reverse Engineering des Gehirns, darum hier zwei Punkte zum Jahresende, um das Feld mal klar zu machen:

Das Konzept der technologischen Singularität hat nichts mit Lebensverlängerung zu tun

Beschleunigung des technologischen Fortschritts ist keine notwendige Voraussetzung für eine technologische Singularität (woraus sich andere interessante Szenarien ergeben)

Wenn man mit dem Konzept zuerst Bekanntschaft mittels des 250 Pillen schluckenden Kurzweil macht, kann sehr leicht der Eindruck entstehen, die Singularität hätte sehr viel mit diesen beiden Punkten zu tun. Hat sie nicht. Es bedarf einzig einer sich rekursiv selbstverändernden künstlichen Intelligenz. Was nebenbei bemerkt zu einer erheblich verkürzten Lebenserwartung aller Beteiligten führen könnte. Dafür ist vermutlich schon lange genug Hardware und Rechenkapazität vorhanden. Was fehlt ist die Software.

Was mir auch auf den Wecker geht, ist die grenzenlos naive Superreichen-Haltung von Kurzweil mit der er propagiert, das das was in den Prä-Singularitätszeiten technologisch machbar sein wird, für jeden irgendwann (?) erschwinglich sein wird. Weder ist ihm die zunehmende Vermögenskonzentration, noch der Timelag zwischen superteurer Erstversorgung gewisser Kreise und Anwendung am unteren Ende der Fresskette ein Thema für interessante Spekulationen in Richtung transhumaner Reichengetthos. Auf eine raffinierte Art ist Kurzweil phantasielos.

Work in Progress

Alle unsere Werke sind Einwände um vor der Vergänglichkeit zu bestehen. Tödlich getroffen sind wir allemal. Ob es der Schrei des Sterbenskranken ist oder die Formel zum Verständnis: alles ein Reflex der Bewußtheit auf die Vergänglichkeit. Wo einer fällt, steht jedoch ein anderer auf und tobt bewußt gegen die Grenzen, die unser Gehäuse sein sollen. Unsere Penetranz ist der tiefe Wunsch des Universums, im Spiegel zu erblühen.

Hubble

Die selbstverzehrenden Strukturen unseres Universums sind uns in ihrer Schönheit aufgegeben, Ziele anzustreben die wir nicht benennen können. So wie in der Musik Hall nur Botschafter sein kann, niemals die Botschaft, so können Räume und ihre Information nie vertreten werden. Der irre Wunsch sie zu betreten ist die einzig verständige Reaktion auf Ozeane, Galaxien, Wüsten und fremde Gemeinschaften. Handel ist dabei eine Drift zu Gunsten des Reisenden, Wissenschaft ein funktionierendes Floss. Der Reisende, der mit den Bildern handelt die uns rufen können, findet sich in Unio mit Räumen und Strukturen die von den äussersten Grenzen künden. Nie ist die Hälfte des Weges das Ziel.

Shave the train for saints

Wenn in jedem Dorf etwas geschaffen werden kann das „Provinz“ zu einem geistigen Ort werden lässt, sind wir da wo „jetzt“ ist. Wenn ohne Unterlass unser Anhaften unter der Betriebsamkeit zerschmettert wird, dann sind wir da wo „jetzt“ ist. Wenn der Beat der Evolution uns Montags anlächelt, um uns Freitags fallen zu lassen, dann sind wir da wo „jetzt“ ist. Und wenn ein Nicken reicht, wo Reden Luft schaufeln, dann sind wir da, wo Primaten schon immer vergaßen, das sie ihre Freude dem Nie-Jetzt verdankten. Betriebsunfall Buddha. Auf dem Zaun sitzen, heisst Jetzt sein, und Omega wollen. Wrroooam.

Sich in den Turmbau ergeben

Das will das Kleine: Den Momenten entfliehen, in denen der Abstand zur Person so bemessen ist, daß sich die filigrane Geschichte, in der jeder Einzelne samt seines Telos steckt, so erschließt, daß die ungleiche Spannung zwischen Freiheit und Auftrag zum Leidwesen des Egos sichtbar wird. Ordnung fügt. Bilder sind einzig da, um zu weisen. Sei es im Begriff oder Zeichen. Lauschen ist die Kunst, den Bildern ins Deja vu zu folgen.

Ein paar Gedanken (Web 2.0?)

Der Teil des Netzes, der sich Blogossphäre nennt hat sich schon lange in vielen Details vom WWW abgesetzt. Das mag, wenn man in dieser Brühe täglich schwimmt nicht auffallen, wird aber bis zur Renitenz sichtbar wenn man im täglichen Geschehen mit Menschen zu tun hat, die sich auf dem Stand des Jahres 95 das Netz anzueignen versuchen. Eines der regressivsten Argumente in diesen Belangen ist: Es muss noch einfacher werden, das ist nur was für Geeks. Es wird nie wieder einfacher! Die Menschen die sich an der Grenze herumtreiben werden einfach auf Grund ihrer globalen Reichweite und absoluten Zahl von der Masse, die noch immer mental in 95 verharrt, wie im Wettlauf von Achilles und der Schildkröte infinitesimal unerreichbar bleiben. Das Unverständnis wird unsere Heimat. Wenn man es erklärt hat, ist der Stand der Technik schon weiter…

Wir sind schon lange die Summe unserer Backlinks. Nicht der Texte oder Bilder, die in unserem Besitz verbleiben. Die versammeln sich nur unter unserem Namen, um auf sie hingewiesen zu werden. Die Macht der Dinge oder geistigen Artefakte auf die nicht freiwillig gelinkt werden kann, schwindet. Der Aspekt der Freiwilligkeit in diesem Akt ist enorm wichtig. Der erzwungene oder erkaufte Link wird immer so stark sein wie die Macht im Meatspace, die dahinter steht. Wenn sich aber eine in absoluten Zahlen wesentliche Untermenge der globalen Population aus diesem irrationalen und brutalen Gefüge verabschiedet und Inhalte nur noch freiwillig mit Reputation füttert, dann verschiebt sich ein jahrtausendealtes Machtgefüge zu Gunsten des Metaversums. Anzeichen dafür sind in der Behandlung von Schlipsen bei Google zu finden, oder in der Notwendigkeit einem Freund zu erklären, warum er linken, nicht fullqouten sollte. Rainer Wasserfuhr könnte recht haben: Wir stehen vor einem exponentiellen Wandel hin zu einem Web of Trust, in dem die Blogosphäre nur ein Teil einer größeren Dynamik ist. Zum Leidwesen der Moloche wird dieser „Trust“ nicht käuflich sein.