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Siggis letzte Worte




31.August 2004

Artefakte röntgen

...was wyrd - Comments Off 9:10 pm

Taucht ein Gadget auf, gilt es dies so zu betrachten, als ob es in sich einen Vektor trägt. Dieser Vektor darf nur betrachtet werden nachdem von allem unwesentlichen abstrahiert wurde. Dazu gehört zu allererst das Design. Der tief im Gadget wohnende Vektor zeigt auf die Kette seiner Nachfolger. Zeigt er nur auf sich, wird selbstreferentiell, handelt es sich um Mode. Woraus folgt, das die zukunftsträchtigsten Geräte mitunter die hässlichsten sind und einzig über sich hinausweisen. Dies ist eine Art zu wägen, die nicht verkauft werden kann, oder dies gar erschwert. In einer Zukunft voller exponentieller Parameter ist das Unglaubliche der Feind des Krämers.

30.August 2004

Teilhard de Chardin, 2 Zitate aus dem Jahr 1951

Beschleunigung, Futuristik, Singularität, Transformation, noosphäre - Comments Off 11:34 am

Herr Sixtus reflektiert im Mehrzweckbeutel über “Weit weg”. Und ich schlage reflexartig einen Bogen zu meiner gestrigen Zuglektüre vom Mann aus dem Garten. Wenn man erst einmal die schlechte Übersetzung, den zeitlichen Abstand und seine spezielle Art sich unverständlich zu machen in die Filteroptionen aufgenommen hat, ist Herr Chardin ein Steinbruch für jeden, der die Zeit vor uns zu ergründen versucht. Ich bin jedenfalls regelmässig nach ein paar Seiten geplättet.

…Vor uns, von nun an, in der Zeit nicht nur eine größere Zahl von Menschen. Sogar nicht einmal nur eine größere Intensität des Menschseins. Sondern die Konzentration alles Humanen in ein einziges ko-reflektierendes System planetarer Dimensionen. (aus : über das Ultra-Humanum)

Derartige Zitate liessen sich endlos reihen. Was davon für mich immer wieder unverrückbar hängen bleibt, ist die Beobachtung, das man aus einfachen Prinzipien - hier Evolution und Thermodynamik - Entwicklungen der Zukunft ableiten kann, ohne ihre exakte Manifestation zu beschreiben. Weit vor der Entwicklung des Internet oder solch schnuckeliger Werkzeuge wie Blogs leitete Teilhard de Chardin aus den genannten Begrifflichkeiten die Entstehung von Phänomenen ab, die Funktionen kanalisieren, die er mit dem Begriff Noosphäre, Totalisation oder Komplexifikation zu erfassen versuchte. Dabei muss man beachten, das die meisten seiner Schriften wohl zur Selbstverständigung gedacht waren, da die liebe katholische Kirche ihm ein Veröffentlichungsverbot aufgebrummt hatte. Verständlich. Und noch eins:

Jegliche Anordnung, deren Realisierung ein Ansteigen “der psychischen Temperatur” [oder, wenn man es vorzieht des “Bewußtseinsgrades”] des Systems bewirkt, muß in der Natur als von eigentlich organischem und evolutivem Stoff angesehen werden. Wenn es nun aber in der uns umgebenden Welt eine klar lesbare Tatsache gibt, so gewiß jene, daß der Mensch durch den Effekt der planetaren Totalisation jeden Tag schneller seine kollektive Fähigkeit und Intensität des Denkens vermehrt. (aus: Problem für die Anthropologen)

Wenn man für sich diese Schlüsse zieht: das die Manifestationen dieser Noosphäre organisch und evolutiv sind, dann folgt für mich daraus, das eine bewusste Teilhabe daran die eigene Evolution, sowie die Beschleunigung der Beschleunigung voranzutreiben hat. Ich wünsche eine transformative Woche!

25.August 2004

Technische Feinheiten

...was wyrd, Transformation - Comments Off 9:58 pm

Um den Fluss des eigenen Wachstums in Gang zu halten, sollte Bemerkenswertes so formuliert werden, das es eine Brücke zu einer Verständnisebene schlägt die man eigentlich noch nicht bewohnt.

23.August 2004

Distanz Bedeutung Nähe Ferne

Denken, Kreativität - Comments Off 12:31 pm

Folgend eine gewisse Art der Blogg-Grill-Nachlese hochgespült in der 3. Qualrunde im Park.

Zwischen Wurst und Welt kam das Gespräch auf Gespräche die sich detailerblindet im Für-und-Wieder aufhängen. Auch ich meinte dazu meine ungaren und bierlastigen Gedanken abgeben zu müssen. Da es nüchtern noch mal hochplöppte nun also der Versuch eines Reruns. Im wahrsten Sinne der Piste.

Für mich wird das Gequatsche über viele Details immer erst sinnvoll wenn mindestens ein Versuch gemacht wird die Nähe zum Detail aufzugeben und sich technisch herauszuzoomen. Herr Sixtus schlug den Begriff “zoomen” vor, da auf meinem Verbalszentrum ein paar Flaschen Bier lasteten. Also heraus- und hineinzoomen in ein Detail der Welt, Lebenswelt, was auch immer. Erst dann blitzt die Bedeutung eines Details auf. Wobei dieses Zoomen chronologisch und räumlich geschehen kann. Chronologisches Zoomen kennt man von synoptischen Weltgeschichten, räumliches von Landkarten.

Aber ich vermute die Existenz weiterer möglicher Zoomvariablen: Begriffliche. Im wortwörtlichen Sinne Abstraktionsebenen. Dieses imaginierte Spiel mit Details lässt zumindest mein Denken in Schwung kommen. Erfordert allerdings auch Konzentration und die Fähigkeit mehrere imaginierte Ebenen und die erforderlichen Details in der Vorstellung simultan stabil zu halten. Erst von dort aus ist “weltzentrisches” statt einem lediglich “egozentrischen” Denken möglich. Will man einen aus einem solchen Denkakt heraus entstandenen Text verstehen, muss man dem Autor leider erst auf die gewählte Entfernung folgen. Ansonsten der Text wirklich in dem Sinne “un-ver-ständlich” ist, das der Standpunkt, Stand, nicht bekannt ist.

19.August 2004

Emergenz im Googleversum

...was wyrd, Beschleunigung, Internet, Prä-Singularität, Software - Comments Off 4:09 pm

Es würde mich wundern wenn in einem Universum mit momentan 8.058.044.651 Elementen, auf das transformative Regeln angewandt werden nicht etwas komplett Neues entstehen wird. Nicht “kann”. Wird. Etwas das so neu ist, das wir es nur durch seitwärtsschielen oder entgegenwachsen erkennen können.